Arbeitsmarktentwicklung in Österreich
Die Beschäftigten in der Berufsobergruppe "Bank-, Finanz- und Versicherungswesen" arbeiten überwiegend in Banken, Geld- und Kreditinstituten, Investmentgesellschaften sowie in der Versicherungsbranche. Die Entwicklung der Berufsnachfrage in diesem Bereich wird maßgeblich durch strukturelle Veränderungen und technologische Innovationen bestimmt. Der seit den frühen 2000er-Jahren beobachtbare Wandel im österreichischen Bankensektor gilt inzwischen als weitgehend abgeschlossen, dennoch ist weiterhin mit einem leichten Rückgang der Beschäftigtenzahlen zu rechnen (Reiss 2024). Im internationalen Vergleich zeichnet sich das österreichische Bankenwesen jedoch durch eine hohe Krisenresilienz aus (Reiss 2024).
Die fortschreitende Digitalisierung und anhaltende Restrukturierungsprozesse führen mittelfristig zu einer rückläufigen Beschäftigung im Finanz- und Versicherungswesen (Alteneder et al. 2024b). Gleichzeitig verschiebt sich die Nachfrage innerhalb der Branche: Während klassische Berufe im Banken-, Finanz- und Versicherungssektor tendenziell an Bedeutung verlieren, steigt der Bedarf an IT- und Data-Science-Fachkräften. Automatisierung und Künstliche Intelligenz übernehmen zunehmend Aufgaben in den Bereichen Datenverarbeitung, Risikoanalyse und Transaktionsabwicklung.
Trotz der zunehmenden Digitalisierung und der Verlagerung alltäglicher Bankgeschäfte ins Internet bleibt der persönliche Kundenkontakt in bestimmten Bereichen weiterhin essenziell. Gleichzeitig verändern sich die Anforderungen an die persönliche Kundenbetreuung: Neben klassischen Kompetenzen in der Beratung gewinnen spezifisches Fachwissen und Vertriebskompetenzen an Bedeutung. Dies führt zu einer wachsenden Spezialisierung der Berufsprofile und erfordert zunehmend höhere Qualifikationen.
Insgesamt zeigt sich für die Berufsobergruppe "Bank-, Finanz- und Versicherungswesen" ein tendenziell negativer Beschäftigungstrend, insbesondere bei Bankkaufleuten. Demgegenüber bleibt die Nachfrage nach BeraterInnen mit Vertriebsaufgaben in vielen Bereichen stabil.
Trends, Daten und Fakten zum Beruf "Bankkaufmann/-frau"
Berufsbeschreibung
Bankkaufleute üben – je nach Einsatzgebiet – ganz unterschiedliche Tätigkeiten aus. Sie arbeiten hauptsächlich im KundInnenverkehr, d.h. in der Betreuung und Beratung von Privat- und GeschäftskundInnen, aber auch in der bankinternen Verwaltung. Zu ihren Aufgaben gehören Schaltergeschäfte (z.B. Einzahlungen, Abhebungen), das Verwalten von Konten, die Beratung über Kredit- und Veranlagungsmöglichkeiten, die Durchführung von (bargeldlosem) Zahlungsverkehr, die Prüfung der Kreditwürdigkeit, die Analyse von Bilanzen (Firmenkunden) und der nationale und internationale Wertpapierhandel über KundInnenauftrag.
Trend
Die folgenden Grafiken zeigen, wie sich die Bedeutung des Berufs in den kommenden Jahren aus jetziger Sicht entwickeln wird, und wie groß die Bedeutung aktuell ist (gemessen als Anteil am gesamten Inseratenaufkommen aller Berufe in Österreich oder dem ausgewählten Bundesland). Die Bedeutung kann dabei in Zukunft zurückgehen (negativer Trend), gleichbleiben oder steigen (positiver Trend). Gleichzeitig wird auch die Anzahl der Inserate des Vorjahres dargestellt, welche zu den Anteilen korrespondieren.
WICHTIG: Für Berufe mit einem hohen Anteil (siehe Grafik: Anteil an allen Inseraten) bedeutet auch ein tendenziell negativer Trend oder ein gleichbleibendes Inserateaufkommen (siehe Grafik: 3-Jahres Trend) durchaus gute Jobaussichten.
Daten und Fakten
Die nachfolgenden Grafiken zeigen die Entwicklung des Inserateaufkommens in den vergangenen Jahren sowie nach Bundesländern und im Vergleich zu ähnlichen Berufen. Zudem werden auch Informationen zu den am Arbeitsmarkt nachgefragten Kompetenzen dargestellt: welche Kompetenzen werden in den Inseraten besonders häufig angegeben (durchschnittlicher Anteil der Jahre 2021 bis 2024 in %), beziehungsweise welche Kompetenzen haben am stärksten an Bedeutung gewonnen (Veränderung der Anteile im Jahresvergleich 2021/22 und 2023/24 in %-Punkten).
Datenquelle: Inserate aus dem Internet