Arbeitsmarktentwicklung in Österreich
Die Berufsobergruppe "Bundesheer, Öffentliche Sicherheit" befindet sich in einem tiefgreifenden Wandel, der maßgeblich durch geopolitische Entwicklungen, technologische Fortschritte und demografische Veränderungen geprägt ist. Der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine hat die Bedeutung einer leistungsfähigen Landesverteidigung deutlich verstärkt. Geplante Budgeterhöhungen im Verteidigungsbereich, zahlreiche in der Vergangenheit nicht nachbesetzte Stellen sowie eine bevorstehende Pensionierungswelle führen mittelfristig zu einem steigenden Bedarf an BerufssoldatInnen (Bundesministerium für Landesverteidigung 2026). Gleichzeitig verändern sich die Aufgabenprofile: Neben klassischen militärischen Tätigkeiten gewinnen Cyberabwehr, Schutz kritischer Infrastrukturen, Katastrophenhilfe und internationale Kooperationen zunehmend an Bedeutung.
Auch im Bereich der Exekutive steigt der Personalbedarf. Treiber sind eine erhöhte sicherheitspolitische Sensibilität, wachsende Bevölkerungszahlen in urbanen Räumen sowie altersbedingte Abgänge. Während traditionelle Aufgaben wie Streifendienst, Überwachung und Protokollierung weiterhin zentral bleiben, rücken Delikte im digitalen Raum – etwa Cyberkriminalität und Internetbetrug – stärker in den Fokus. Entsprechend gewinnen IT-Kenntnisse, rechtliches Grundlagenwissen, Kommunikations- und Konfliktfähigkeit sowie psychische Belastbarkeit an Bedeutung. Zusätzlich verändert der Einsatz digitaler Technologien die Tätigkeitsprofile. Künstliche Intelligenz wird zunehmend zur Auswertung großer Datenmengen, Mustererkennung und Prognoseanalysen in Polizei und Sicherheitsbehörden eingesetzt. Dadurch steigt der Bedarf an Mitarbeitenden mit IT-, Daten- sowie Rechts- und Ethikkompetenzen (Honekamp et al. 2025).
Neben BerufssoldatInnen und Exekutivbediensteten bieten auch Tätigkeiten als Straßensicherheitsorgan vergleichsweise stabile Beschäftigungsperspektiven, insbesondere für geringqualifizierte Arbeitsuchende, da hier formale Zugangsvoraussetzungen oft niedriger sind, Zuverlässigkeit und Verantwortungsbewusstsein jedoch zentrale Kriterien bleiben. Zu beachten ist zudem, dass viele offene Positionen in diesem Bereich nicht über klassische Stellenanzeigen veröffentlicht werden, sondern über institutionseigene Rekrutierungsverfahren. Die Zahl sichtbarer Inserate unterschätzt daher regelmäßig die tatsächliche Nachfrage.
Trends, Daten und Fakten
Trend
Die folgenden Grafiken zeigen, wie sich die Bedeutung des Berufs in den kommenden Jahren aus jetziger Sicht entwickeln wird, und wie groß die Bedeutung aktuell ist (gemessen als Anteil am gesamten Inseratenaufkommen aller Berufe in Österreich oder dem ausgewählten Bundesland). Die Bedeutung kann dabei in Zukunft zurückgehen (negativer Trend), gleichbleiben oder steigen (positiver Trend). Gleichzeitig wird auch die Anzahl der Inserate des Vorjahres dargestellt, welche zu den Anteilen korrespondieren.
WICHTIG: Für Berufe mit einem hohen Anteil (siehe Grafik: Anteil an allen Inseraten) bedeutet auch ein tendenziell negativer Trend oder ein gleichbleibendes Inserateaufkommen (siehe Grafik: 3-Jahres Trend) durchaus gute Jobaussichten.
Daten und Fakten
Die nachfolgenden Grafiken zeigen die Entwicklung des Inserateaufkommens in den vergangenen Jahren sowie nach Bundesländern und im Vergleich zu ähnlichen Berufen. Zudem werden auch Informationen zu den am Arbeitsmarkt nachgefragten Kompetenzen dargestellt: welche Kompetenzen werden in den Inseraten besonders häufig angegeben (durchschnittlicher Anteil der Jahre 2022 bis 2025 in %), beziehungsweise welche Kompetenzen haben am stärksten an Bedeutung gewonnen (Veränderung der Anteile im Jahresvergleich 2022/23 und 2024/25 in %-Punkten).
Kartenansicht
Diese Karte zeigt die regionale Verteilung der Arbeitskräftenachfrage nach Berufsobergruppen.Datenquelle: Inserate aus dem Internet