Arbeitsmarktentwicklung in Österreich
Am österreichischen Arbeitsmarkt besteht eine hohe Nachfrage nach Industrie- und Gewerbekaufleuten, insbesondere nach Fachkräften im Bereich der Buchhaltung. BuchhalterInnen werden branchenübergreifend benötigt, da Rechnungswesen, Kostenkontrolle und Berichtspflichten zentrale Funktionen in Unternehmen darstellen. Gleichzeitig verändert sich das Berufsbild durch technologische Entwicklungen. Digitale Buchhaltungssysteme und Automatisierung übernehmen zunehmend einfache Routinetätigkeiten (Talmage-Rostron 2024). Parallel dazu steigen jedoch die inhaltlichen Anforderungen. Neue gesetzliche Vorgaben im Steuer- und Abgabenrecht, strengere Dokumentationspflichten sowie internationale Geschäftsbeziehungen erhöhen den Bedarf an qualifizierten Fachkräften. Gefragt bleiben fundierte Kenntnisse im Rechnungswesen, ergänzt um analytische Fähigkeiten, Verständnis für betriebswirtschaftliche Zusammenhänge und hohe Genauigkeit. Unverzichtbar sind zudem EDV-Kompetenzen, insbesondere im Umgang mit Microsoft Office, ERP- und Buchhaltungssoftware wie SAP. An Bedeutung gewinnen außerdem Datenanalyse und Datenmanagement, da Unternehmen finanzielle Entscheidungen zunehmend datenbasiert treffen und Auswertungen schneller verfügbar sein müssen.
Großhandelskaufleute hingegen werden deutlich seltener nachgefragt. Umsatzrückgänge im Großhandel und die enge Abhängigkeit von Industrie- und Baukonjunktur führen zu verhaltenen Beschäftigungsperspektiven. Effizienzsteigerungen durch digitale Warenwirtschafts- und Logistiksysteme verstärken diesen Trend zusätzlich.
Auch der Bereich der Immobilienberatung zeigt eine abgeschwächte Dynamik. Eine allgemeine Marktabkühlung bei hohen Finanzierungskosten bremst die Nachfrage nach ImmobilienberaterInnen. Gleichzeitig verschieben sich die Kompetenzanforderungen stärker in Richtung rechtliches Wissen, Finanzierungskenntnisse und digitale Vermarktungskompetenzen.
Trends, Daten und Fakten zum Beruf "Fachkraft in der Buchhaltung (m/w)"
Berufsbeschreibung
Fachkräfte in der Buchhaltung (m/w) zeichnen betriebliche Geschäftsvorgänge auf, erfassen die Daten in der Buchführung und kontrollieren die Belege. Sie wirken bei der Erstellung von Bilanzen und Abschlüssen sowie an Inventuren mit. Je Einsatzgebiet und Größe des Unternehmens sind sie z.B. im Bereich Debitorenbuchhaltung (offene Forderungen von KundInnen), Kreditorenbuchhaltung (Forderungen von Lieferanten bzw. Dienstleistern), Anlagenbuchhaltung (Verwaltung von langlebigen Anlagegütern) oder Bilanzbuchhaltung (Erstellung von Abschlüssen) tätig. In kleineren Unternehmen erledigen sie auch die Lohn- und Gehaltsverrechnung und die Abrechnungen mit Sozialversicherungsanstalten und Steuerbehörden; in größeren Unternehmen übernehmen diese Aufgaben die PersonalverrechnerInnen.
Trend
Die folgenden Grafiken zeigen, wie sich die Bedeutung des Berufs in den kommenden Jahren aus jetziger Sicht entwickeln wird, und wie groß die Bedeutung aktuell ist (gemessen als Anteil am gesamten Inseratenaufkommen aller Berufe in Österreich oder dem ausgewählten Bundesland). Die Bedeutung kann dabei in Zukunft zurückgehen (negativer Trend), gleichbleiben oder steigen (positiver Trend). Gleichzeitig wird auch die Anzahl der Inserate des Vorjahres dargestellt, welche zu den Anteilen korrespondieren.
WICHTIG: Für Berufe mit einem hohen Anteil (siehe Grafik: Anteil an allen Inseraten) bedeutet auch ein tendenziell negativer Trend oder ein gleichbleibendes Inserateaufkommen (siehe Grafik: 3-Jahres Trend) durchaus gute Jobaussichten.
Daten und Fakten
Die nachfolgenden Grafiken zeigen die Entwicklung des Inserateaufkommens in den vergangenen Jahren sowie nach Bundesländern und im Vergleich zu ähnlichen Berufen. Zudem werden auch Informationen zu den am Arbeitsmarkt nachgefragten Kompetenzen dargestellt: welche Kompetenzen werden in den Inseraten besonders häufig angegeben (durchschnittlicher Anteil der Jahre 2022 bis 2025 in %), beziehungsweise welche Kompetenzen haben am stärksten an Bedeutung gewonnen (Veränderung der Anteile im Jahresvergleich 2022/23 und 2024/25 in %-Punkten).
Kartenansicht
Diese Karte zeigt die regionale Verteilung der Arbeitskräftenachfrage nach Berufsuntergruppen.Datenquelle: Inserate aus dem Internet