Arbeitsmarktentwicklung in Österreich
Die österreichische kunststoffverarbeitende Industrie weist in einzelnen Segmenten eine hohe internationale Wettbewerbsfähigkeit auf, insbesondere bei technischen Kunststoffwaren und Verpackungslösungen. Diese Stärke beruht vor allem auf Innovationsfähigkeit, Spezialisierung und technologischer Weiterentwicklung. Gleichzeitig verändern ökologische Anforderungen und gesetzliche Vorgaben die Branche spürbar: Recyclingfähigkeit, Kreislaufwirtschaft und biobasierte Materialien gewinnen an Bedeutung und beeinflussen sowohl Produktentwicklung als auch Beschäftigungsprofile (Wöhl & Ziegler 2023).
Erzeugnisse der Chemieindustrie sind zentrale Vorleistungen für zahlreiche Wirtschaftszweige – von der Kunststoffverarbeitung über Fahrzeugbau, Bauwesen und Landwirtschaft bis zur Lebensmittelindustrie. Als energieintensive Branche ist sie jedoch stark von Energiepreisen, globalen Lieferketten und internationalem Wettbewerb, insbesondere aus China und den USA, abhängig. Die konjunkturelle Schwäche wichtiger Absatzmärkte wie Deutschland wirkt dämpfend auf die Beschäftigungsentwicklung (Mayrhofer 2025). Gleichzeitig entstehen durch den Übergang zu "grüner Chemie", nachhaltigen Produktionsverfahren und neuen Werkstoffen zusätzliche Tätigkeitsfelder, etwa in Umwelttechnologie und Materialforschung (Wegscheider-Protsch & Ziegler 2024). Parallel dazu entwickelt sich der Biotechnologiesektor in Österreich dynamisch, wenn auch auf vergleichsweise niedrigem Niveau (austria wirtschafts service 2024). Wachstumsimpulse kommen aus der pharmazeutischen Industrie, der Medizintechnik, der Agrar- und Lebensmittelindustrie sowie aus Forschung und Entwicklung. Diese Bereiche erhöhen die Nachfrage nach spezialisierten Fachkräften der Berufsobergruppe "Biotechnologie, Chemie, Kunststoffproduktion", insbesondere dort, wo naturwissenschaftliches Wissen mit technischem Verständnis kombiniert wird.
Trotz wirtschaftlicher Unsicherheiten und hoher Energiekosten bleiben die Berufsaussichten für qualifizierte Fachkräfte insgesamt gut, wenngleich regional und branchenspezifisch Unterschiede bestehen und mittelfristig eher mit einer verhaltenen Entwicklung zu rechnen ist (Ederer & Schiman-Vukan 2024; Pudschedl 2025).
Breit ist das geforderte Kompetenzprofil: Neben Fachkenntnissen, etwa in Chemie, Verfahrenstechnik oder Maschinenbau, spielen Qualitätsmanagement, der Umgang mit komplexen Maschinen und Anlagen, technisches sowie wissenschaftliches Wissen sowie handwerkliches Geschick eine wichtige Rolle.
Trends, Daten und Fakten
Trend
Die folgenden Grafiken zeigen, wie sich die Bedeutung des Berufs in den kommenden Jahren aus jetziger Sicht entwickeln wird, und wie groß die Bedeutung aktuell ist (gemessen als Anteil am gesamten Inseratenaufkommen aller Berufe in Österreich oder dem ausgewählten Bundesland). Die Bedeutung kann dabei in Zukunft zurückgehen (negativer Trend), gleichbleiben oder steigen (positiver Trend). Gleichzeitig wird auch die Anzahl der Inserate des Vorjahres dargestellt, welche zu den Anteilen korrespondieren.
WICHTIG: Für Berufe mit einem hohen Anteil (siehe Grafik: Anteil an allen Inseraten) bedeutet auch ein tendenziell negativer Trend oder ein gleichbleibendes Inserateaufkommen (siehe Grafik: 3-Jahres Trend) durchaus gute Jobaussichten.
Daten und Fakten
Die nachfolgenden Grafiken zeigen die Entwicklung des Inserateaufkommens in den vergangenen Jahren sowie nach Bundesländern und im Vergleich zu ähnlichen Berufen. Zudem werden auch Informationen zu den am Arbeitsmarkt nachgefragten Kompetenzen dargestellt: welche Kompetenzen werden in den Inseraten besonders häufig angegeben (durchschnittlicher Anteil der Jahre 2022 bis 2025 in %), beziehungsweise welche Kompetenzen haben am stärksten an Bedeutung gewonnen (Veränderung der Anteile im Jahresvergleich 2022/23 und 2024/25 in %-Punkten).
Kartenansicht
Diese Karte zeigt die regionale Verteilung der Arbeitskräftenachfrage nach Berufsobergruppen.Datenquelle: Inserate aus dem Internet