Arbeitsmarktentwicklung in Österreich
Die Berufsobergruppe "Obst-, Wein- und Gartenbau" stellt am österreichischen Arbeitsmarkt eine eher kleine, aber traditionsreiche Nische dar. Der Großteil der ausgeschriebenen Stellen entfällt auf Gärtnereien und die Floristik. Saisonale Tätigkeiten wie Erntearbeiten im Obst- und Weinbau werden überwiegend anderen Berufsgruppen zugeordnet, insbesondere dem Bereich "Landbau, Viehwirtschaft, Tierbetreuung", und sind stark von kurzfristigen Beschäftigungsverhältnissen geprägt.
Eine konstante Nachfrage besteht vor allem nach Fach- und Hilfskräften im Gartenbau. Blumen- und Pflanzenkäufe unterliegen zwar saisonalen Schwankungen und steigen insbesondere rund um Feiertage und bestimmte Jahreszeiten deutlich an, insgesamt bleibt der Bedarf jedoch stabil. Österreich verfügt über ein dichtes Netz an Gärtnereien, Baumschulen und landschaftsgärtnerischen Betrieben, die regelmäßig qualifizierte Arbeitskräfte suchen. Die Beschäftigungsperspektiven gelten daher als insgesamt stabil. In größeren Städten, insbesondere im urbanen Raum, wird zunehmend ein Mangel an Fachkräften im Gartenbau beobachtet.
Ein wachsendes Teilsegment betrifft sogenannte "Green Jobs", etwa im Bereich Dach- und Fassadenbegrünung oder urbaner Freiraumgestaltung. Tätigkeiten wie Gebäudebegrünung gewinnen im Zuge von Klimaanpassungsmaßnahmen und nachhaltiger Stadtentwicklung an Bedeutung (Wegscheider-Protsch & Ziegler 2024). Diese Aufgaben überschneiden sich jedoch teilweise mit Berufsfeldern der Umwelt-, Natur- und Landschaftsgestaltung und sind nicht ausschließlich dieser Berufsobergruppe zuzuordnen.
Die in Stellenanzeigen geforderten Kompetenzen umfassen in erster Linie fundierte gartenbauliche Fachkenntnisse, praktisches handwerkliches Geschick sowie körperliche Belastbarkeit. Je nach Position gewinnen zudem Verkaufsfähigkeiten, Kundenorientierung und Beratungskompetenz an Bedeutung, insbesondere im floristischen Bereich. Häufig wird auch ein Führerschein vorausgesetzt, da viele Tätigkeiten mit wechselnden Einsatzorten oder Transportaufgaben verbunden sind.
Trends, Daten und Fakten zum Beruf "FloristIn" (Wien)
Berufsbeschreibung
FloristInnen stellen Blumengebinde, Gestecke aus pflanzlichen Materialien, Kränze für verschiedene Anlässe (Advent, Begräbnisse) und Ähnliches her und führen Dekorationsarbeiten mit Blumen und Pflanzen durch. Im Verkauf sind sie vor allem mit der Beratung der KundInnen, mit dem sachgerechten Verpacken der verkauften Waren und mit der Kassaführung befasst. Weiters stellen sie regelmäßig den Warenbedarf fest und führen die Bestellung der benötigten Waren bei den Gärtnereien und Großhändlern durch. Und schließlich sind sie auch für die Pflege der Schnittblumen, Topfpflanzen und Gartenpflanzen zuständig.
Trend
Die folgenden Grafiken zeigen, wie sich die Bedeutung des Berufs in den kommenden Jahren aus jetziger Sicht entwickeln wird, und wie groß die Bedeutung aktuell ist (gemessen als Anteil am gesamten Inseratenaufkommen aller Berufe in Österreich oder dem ausgewählten Bundesland). Die Bedeutung kann dabei in Zukunft zurückgehen (negativer Trend), gleichbleiben oder steigen (positiver Trend). Gleichzeitig wird auch die Anzahl der Inserate des Vorjahres dargestellt, welche zu den Anteilen korrespondieren.
WICHTIG: Für Berufe mit einem hohen Anteil (siehe Grafik: Anteil an allen Inseraten) bedeutet auch ein tendenziell negativer Trend oder ein gleichbleibendes Inserateaufkommen (siehe Grafik: 3-Jahres Trend) durchaus gute Jobaussichten.
Daten und Fakten
Die nachfolgenden Grafiken zeigen die Entwicklung des Inserateaufkommens in den vergangenen Jahren sowie nach Bundesländern und im Vergleich zu ähnlichen Berufen. Zudem werden auch Informationen zu den am Arbeitsmarkt nachgefragten Kompetenzen dargestellt: welche Kompetenzen werden in den Inseraten besonders häufig angegeben (durchschnittlicher Anteil der Jahre 2022 bis 2025 in %), beziehungsweise welche Kompetenzen haben am stärksten an Bedeutung gewonnen (Veränderung der Anteile im Jahresvergleich 2022/23 und 2024/25 in %-Punkten).
Kartenansicht
Diese Karte zeigt die regionale Verteilung der Arbeitskräftenachfrage nach Berufsuntergruppen.Datenquelle: Inserate aus dem Internet