Arbeitsmarktentwicklung in Österreich
Die Berufsobergruppe "Medizinische Assistenzberufe, Sanitätsberufe, Massage" umfasst ein breites Spektrum gesundheitsbezogener Tätigkeiten. In Stellenausschreibungen werden besonders häufig Ordinations- und ZahnarztassistentInnen sowie MasseurInnen gesucht. Prognosen gehen davon aus, dass die Nachfrage nach medizinischen Dienstleistungen in den kommenden Jahren weiter steigen wird, vor allem infolge des demografischen Wandels und des generellen Beschäftigungswachstums im Gesundheits- und Sozialwesen (Alteneder et al. 2025b). Insgesamt sind die Berufsaussichten in diesem Bereich daher positiv.
Die Entwicklung innerhalb der medizinischen Assistenzberufe ist jedoch eng mit der Struktur des Gesundheitssystems verknüpft. Schwierigkeiten bei der Besetzung ärztlicher Planstellen können regional dazu führen, dass auch weniger Assistenzpersonal nachgefragt wird, da viele Tätigkeiten unmittelbar an ärztliche Leistungen gebunden sind. Demgegenüber wird der Bedarf an gewerblichen MasseurInnen stärker durch gesellschaftliche Trends beeinflusst, insbesondere durch ein wachsendes Gesundheits- und Präventionsbewusstsein sowie durch die alternde Bevölkerung. Parallel dazu verändert die Digitalisierung administrative Abläufe: Online-Terminvergaben, digitale Patientenverwaltung und automatisierte Dokumentationssysteme reduzieren klassische Routinetätigkeiten, verschieben jedoch die Anforderungen hin zu digitalen Kompetenzen (Wegscheider-Protsch & Ziegler 2024).
Die Kompetenzanforderungen unterscheiden sich je nach Beruf deutlich, weisen jedoch gemeinsame Grundmuster auf. Gefragt sind medizinisches Basiswissen, organisatorische Fähigkeiten und ein sicherer Umgang mit administrativen Prozessen. Zusätzlich gewinnen soziale Kompetenzen zunehmend an Bedeutung. Teamfähigkeit, Kommunikationsstärke und Einfühlungsvermögen sind wichtig, da viele Tätigkeiten im direkten Patientenkontakt erfolgen.
Trends, Daten und Fakten zum Beruf "ObduktionsassistentIn"
Berufsbeschreibung
ObduktionsassistentInnen leisten nach ärztlicher Anordnung und unter ärztlicher Aufsicht Unterstützung bei Leichenöffnungen zur Feststellung der Todesursache und des Sterbevorganges. Dazu gehört es u. a. die Leichen für die Obduktion vorzubereiten, z. B. waschen und desinfizieren, den ÄrztInnen bei der Organ- oder Probenentnahme zu assistieren und bei der Konservierung entnommener Organe bzw. Gewebe mitzuwirken. Danach schließen sie die Leichen wieder und bereiten sie für die Bestattung vor, z. B. ankleiden. ObduktionsassistentInnen arbeiten auch bei der Dokumentation der Leichenöffnung und Obduktion mit, insbesondere bei der Fotodokumentation, und assistieren bei der Reinigung und Desinfektion der verwendeten Instrumente, Gerätschaften und des Obduktionsraums.
Trend
Die folgenden Grafiken zeigen, wie sich die Bedeutung des Berufs in den kommenden Jahren aus jetziger Sicht entwickeln wird, und wie groß die Bedeutung aktuell ist (gemessen als Anteil am gesamten Inseratenaufkommen aller Berufe in Österreich oder dem ausgewählten Bundesland). Die Bedeutung kann dabei in Zukunft zurückgehen (negativer Trend), gleichbleiben oder steigen (positiver Trend). Gleichzeitig wird auch die Anzahl der Inserate des Vorjahres dargestellt, welche zu den Anteilen korrespondieren.
WICHTIG: Für Berufe mit einem hohen Anteil (siehe Grafik: Anteil an allen Inseraten) bedeutet auch ein tendenziell negativer Trend oder ein gleichbleibendes Inserateaufkommen (siehe Grafik: 3-Jahres Trend) durchaus gute Jobaussichten.
Daten und Fakten
Die nachfolgenden Grafiken zeigen die Entwicklung des Inserateaufkommens in den vergangenen Jahren sowie nach Bundesländern und im Vergleich zu ähnlichen Berufen. Zudem werden auch Informationen zu den am Arbeitsmarkt nachgefragten Kompetenzen dargestellt: welche Kompetenzen werden in den Inseraten besonders häufig angegeben (durchschnittlicher Anteil der Jahre 2022 bis 2025 in %), beziehungsweise welche Kompetenzen haben am stärksten an Bedeutung gewonnen (Veränderung der Anteile im Jahresvergleich 2022/23 und 2024/25 in %-Punkten).
Kartenansicht
Diese Karte zeigt die regionale Verteilung der Arbeitskräftenachfrage nach Berufsuntergruppen.Datenquelle: Inserate aus dem Internet