Arbeitsmarktentwicklung in Österreich
In Österreich besteht eine sehr hohe Nachfrage nach Fachkräften in den Bereichen Küche und Service. Besonders stark gefragt sind die Berufe "Restaurantfachmann/-frau", "Koch/Köchin" und "KüchenchefIn". In diesen Berufen haben Betriebe regelmäßig Schwierigkeiten offene Stellen zu besetzen (Dornmayr & Riepl 2024). Die Beschäftigungsaussichten sind landesweit gut, mit besonders hoher Nachfrage in tourismusstarken Bundesländern wie Tirol und Salzburg. Auch mittelfristig ist von einem anhaltend hohen Personalbedarf auszugehen.
Der bestehende Arbeitskräftemangel stellt Gastronomiebetriebe und Hotels vor erhebliche Herausforderungen, da viele Positionen über längere Zeit unbesetzt bleiben. In Reaktion darauf passen Unternehmen ihre Strategien an, um als Arbeitgeber attraktiver zu werden, beispielsweise durch Verbesserungen der Arbeitsbedingungen.
In Stellenanzeigen werden vor allem klassische Koch- und Servicefertigkeiten nachgefragt, oft in Ergänzung zu Fertigkeiten wie Qualitätsmanagement, organisatorische Fähigkeiten oder eine ausgeprägte Kundenorientierung. Die Kombination aus fachlichem Können, Servicequalität und betrieblichem Verständnis gewinnt damit zunehmend an Bedeutung.
Das Gastgewerbe zählt derzeit zu jenen Branchen mit der geringsten Nutzungsquote von Künstlicher Intelligenz (Zika et al. 2025). Ungeachtet dessen schreitet die allgemeine Digitalisierung im Gastgewerbe voran. Digitale Bestellsysteme, mobile Kassenlösungen oder automatisierte Abläufe wie Online-Bestellungen, Tischreservierungs-Apps oder Self-Ordering-Terminals werden zunehmend verbreitet eingesetzt. In einzelnen Segmenten des Gastgewerbes werden darüber hinaus verstärkt Automatisierungs- und Selbstbedienungskonzepte erprobt. Gäste bestellen und bezahlen dabei eigenständig über digitale Anwendungen. Für Betriebe kann dies den Druck auf Servicepersonal verringern und es ermöglichen, mit kleineren Teams zu arbeiten. Gleichzeitig verschieben sich die Tätigkeitsprofile: Der Schwerpunkt verlagert sich von routinemäßigen Servicefunktionen hin zu Betreuung, Beratung und Qualitätskontrolle. Dieser Trend ist insbesondere in Regionen mit ausgeprägtem Fachkräftemangel zu beobachten (KTCHNrebel 2022). Auch in der Systemgastronomie ist die Automatisierung weit fortgeschritten.
Trends, Daten und Fakten zum Beruf "Koch/Köchin"
Berufsbeschreibung
KöchInnen bereiten Gerichte, Beilagen, Soßen, Suppen oder Vorspeisen zu, wobei sie unterschiedliche Kochverfahren, wie z.B. Backen, Braten, Dünsten, Grillen, Rösten, Sautieren, Schmoren, Kochen oder Sieden anwenden. Sie bereiten die Lebensmittel vor und zerlegen z.B. das Fleisch fachgerecht. Die fertigen Speisen richten sie auf Tellern an. Zu ihren Tätigkeiten kann auch der Wareneinkauf oder die Speisenplanerstellung gehören. Darüber hinaus beraten sie Gäste, geben Speisenempfehlungen aus und gehen auf Reklamationen ein.
Trend
Die folgenden Grafiken zeigen, wie sich die Bedeutung des Berufs in den kommenden Jahren aus jetziger Sicht entwickeln wird, und wie groß die Bedeutung aktuell ist (gemessen als Anteil am gesamten Inseratenaufkommen aller Berufe in Österreich oder dem ausgewählten Bundesland). Die Bedeutung kann dabei in Zukunft zurückgehen (negativer Trend), gleichbleiben oder steigen (positiver Trend). Gleichzeitig wird auch die Anzahl der Inserate des Vorjahres dargestellt, welche zu den Anteilen korrespondieren.
WICHTIG: Für Berufe mit einem hohen Anteil (siehe Grafik: Anteil an allen Inseraten) bedeutet auch ein tendenziell negativer Trend oder ein gleichbleibendes Inserateaufkommen (siehe Grafik: 3-Jahres Trend) durchaus gute Jobaussichten.
Daten und Fakten
Die nachfolgenden Grafiken zeigen die Entwicklung des Inserateaufkommens in den vergangenen Jahren sowie nach Bundesländern und im Vergleich zu ähnlichen Berufen. Zudem werden auch Informationen zu den am Arbeitsmarkt nachgefragten Kompetenzen dargestellt: welche Kompetenzen werden in den Inseraten besonders häufig angegeben (durchschnittlicher Anteil der Jahre 2022 bis 2025 in %), beziehungsweise welche Kompetenzen haben am stärksten an Bedeutung gewonnen (Veränderung der Anteile im Jahresvergleich 2022/23 und 2024/25 in %-Punkten).
Kartenansicht
Diese Karte zeigt die regionale Verteilung der Arbeitskräftenachfrage nach Berufsuntergruppen.Datenquelle: Inserate aus dem Internet